Gemeinsam für eine gesunde Region
Gemeinsam für eine gesunde Region – drei Verbandsgemeinden gehen neue Wege
Dierdorf, Puderbach und Rengsdorf-Waldbreitbach setzen ein starkes Zeichen: Mit der gemeinsamen Servicestelle Gesundheit arbeiten sie bereits seit 2024 interkommunal daran, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum aktiv zu sichern und nicht dem Zufall zu überlassen. „Die gemeinsame Servicestelle Gesundheit der Verbandsgemeinden Dierdorf, Puderbach und Rengsdorf-Waldbreitbach steht für einen mutigen, zukunftsorientierten Ansatz, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum für die Bürgerinnen und Bürger aktiv und gemeinschaftlich zu gestalten“, betont Bürgermeister Manuel Seiler.
Möglich wird dieses innovative Projekt auch durch die Förderung der LEADER Raiffeisen-Region, die damit gezielt die Entwicklung nachhaltiger Strukturen im ländlichen Raum unterstützt.
Denn die Herausforderungen sind längst sichtbar: Ärztinnen und Ärzte gehen in den Ruhestand, Nachfolger fehlen, und klassische Wege der Vermittlung greifen oft zu kurz. Statt abzuwarten, haben sich die drei Verbandsgemeinden bewusst für einen gemeinsamen, gestaltenden Ansatz entschieden. „Die Sicherung der medizinischen Versorgung ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben für unsere Region. Mit der gemeinsamen Servicestelle zeigen wir, dass wir diese Herausforderung nicht einfach hinnehmen, sondern aktiv gestalten. Interkommunale Zusammenarbeit ist dabei kein Selbstzweck, sondern der Schlüssel, um tragfähige Lösungen für die Menschen vor Ort zu entwickeln“, so Bürgermeister Pierre Fischer.
Dabei braucht es auch den Mut, neue Wege zu gehen – und genau diesen bringen die Bürgermeister Sven Schür, Manuel Seiler und Pierre Fischer der beteiligten Verbandsgemeinden ein. Sie unterstützen die interkommunale Zusammenarbeit aktiv und setzen damit ein wichtiges Zeichen für die Zukunft der Region. „Wir dürfen nicht warten, bis sich Probleme verschärfen. Mit der Servicestelle Gesundheit handeln wir vorausschauend und schaffen Strukturen, die morgen tragen“, unterstreicht Bürgermeister Sven Schür.
Netzwerke aufbauen, Zukunft ermöglichen
Seit der Einrichtung der Servicestelle ist viel passiert: Es wurden Kontakte zu niedergelassenen Ärzt:innen, Kliniken, internationalen Medizinern und potenziellen Praxisnachfolgern aufgebaut und gepflegt. Gespräche über Kooperationen, Praxisübernahmen und neue Versorgungsmodelle gehören inzwischen zum festen Bestandteil der Arbeit.
Ein konkretes Ergebnis ist die Umsetzung eines Weiterbildungsassistenten für Allgemeinmedizin. Zunächst wurde gemeinsam mit den zuständigen Gremien eine entsprechende Förderrichtlinie entwickelt. Auf dieser Grundlage konnte eine Praxis einen Antrag stellen. Die anschließende organisatorische Umsetzung und Begleitung des Weiterbildungsassistenten wurde durch die Servicestelle unterstützt.
Zusammenarbeit als Schlüssel
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit der drei Verbandsgemeinden. Statt parallel zu agieren, werden Kräfte gebündelt, Wissen geteilt und gemeinsame Strategien entwickelt. Das schafft nicht nur Effizienz, sondern auch eine klare Botschaft nach außen: Diese Region denkt Gesundheit gemeinsam.
Mehr als Vermittlung: Koordination und Begleitung
Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich, dass die Sicherung der medizinischen Versorgung ein langfristiger Prozess ist. Viele Ärztinnen und Ärzte wünschen sich heute Anstellungsverhältnisse, wirtschaftliche Risiken schrecken vor Praxisübernahmen ab, und bürokratische Hürden – etwa bei internationalen Fachkräften – verzögern Entwicklungen. Genau hier setzt die Servicestelle an. Sie vernetzt, begleitet, bündelt Informationen und bleibt im Austausch auch dann, wenn Lösungen Zeit brauchen.
Oder anders gesagt: Sie sorgt dafür, dass aus vielen einzelnen Ideen eine gemeinsame Richtung wird. Ohne diese zentrale Koordination gäbe es weniger Abstimmung, weniger Sichtbarkeit und deutlich geringere Chancen, neue Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen. Initiativen würden nebeneinander laufen, statt gemeinsam Wirkung zu entfalten.
Ein Blick nach vorn zeigt: Die Servicestelle hat wichtige Grundlagen geschaffen. Netzwerke sind entstanden, erste Projekte angestoßen und zentrale Themen sichtbar gemacht. Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum passiert nicht einfach. Sie wird gestaltet – und in unserer Region ganz bewusst gemeinsam.
