Bürgerbrief Sanierung Wiedtalbad
Zukunft des Wiedtalbades – Transparenz, Verantwortung und ein klarer Fahrplan
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
mit diesem Bürgerbrief möchte ich Sie über den aktuellen Stand unseres Projektes „Sanierung Wiedtalbad“ informieren.
Kaum ein kommunales Projekt beschäftigt derzeit so viele Menschen in unserer Verbandsgemeinde wie die Zukunft unseres Wiedtalbades. Das ist verständlich. Das Wiedtalbad ist weit mehr als nur ein Schwimmbad. Es ist ein Ort für den Schwimmunterricht unserer Schulen, für den Vereinssport, für Gesundheitsangebote, für Familien und für die Freizeit vieler Menschen aus der gesamten Verbandsgemeinde.
Ein wichtiger Meilenstein ist erreicht
Zunächst gibt es eine sehr erfreuliche Nachricht: Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt die Sanierung unseres Wiedtalbades mit insgesamt 4,5 Millionen Euro und hat den Förderbescheid vor Kurzem übergeben. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht und die Planungen können nun konkret fortgeführt werden.
Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen seit dem Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 2022 erheblich verändert. Damals wurde beschlossen, das Hallenbad zu sanieren, ein Lehrschwimmbecken anzubauen sowie eine Freibadkomponente zu sanieren. Die hierfür kalkulierten Gesamtkosten beliefen sich auf 14,5 Millionen Euro.
Heute würde dieselbe Planung – je nach Ausführung – rund 19,1 Millionen Euro kosten. Gleichzeitig würde das jährliche Defizit des Wiedtalbades von derzeit 1,074 Millionen Euro auf voraussichtlich 1,432 Millionen Euro anwachsen.
Diese Entwicklung machte deutlich, dass wir die bisherigen Planungen nochmals kritisch hinterfragen mussten.
Verantwortungsvoll mit Steuergeld umgehen
In den vergangenen Wochen und Monaten haben Verwaltung, Fachplaner und Politik deshalb intensiv daran gearbeitet, wirtschaftlich tragfähige und zugleich zukunftsfähige Alternativen zu entwickeln.
Unser Ziel war dabei klar:
Wir möchten das Wiedtalbad langfristig erhalten und gleichzeitig die finanzielle Belastung für die Verbandsgemeinde so gering wie möglich halten. Deshalb war es unser Anspruch, eine Lösung zu entwickeln, bei der das jährliche Defizit trotz der notwendigen Investitionen möglichst auf dem heutigen Niveau bleibt.
Ein Ergebnis dieser Überlegungen ist die sogenannte Hybridbad-Variante.
Hierbei wird zunächst auf ein separates Freibad verzichtet. Die großzügige Liegewiese bleibt jedoch erhalten und kann weiterhin genutzt werden. Gleichzeitig ermöglicht eine großflächig zu öffnende Fassade einen attraktiven Badebetrieb mit direktem Zugang ins Freie auch während der Sommermonate.
Der entscheidende Vorteil liegt in der Wirtschaftlichkeit:
Je nach Ausführung würde das jährliche Defizit bei rund 1,040 Millionen Euro (Variante „Fliese“) beziehungsweise 1,102 Millionen Euro (Variante „Edelstahl“) liegen und damit in etwa auf dem heutigen Niveau bleiben. Damit können wir die notwendige Investition in die Zukunft unseres Wiedtalbades mit einer verantwortungsvollen Haushaltsführung verbinden.
Keine Entscheidung gegen ein Freibad
Mir ist ein Punkt besonders wichtig:
Mit der Hybridbad-Variante entscheiden wir uns nicht grundsätzlich gegen ein Freibad. Vielmehr entscheiden wir uns zunächst für einen wirtschaftlich verantwortbaren ersten Bauabschnitt.
Die Planung erfolgt bewusst so, dass eine spätere Erweiterung um eine Freibadkomponente jederzeit möglich bleibt. Sollten sich in einigen Jahren geeignete Förderprogramme ergeben oder sich zeigen, dass eine Ergänzung sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar ist, kann diese in einem zweiten Bauabschnitt umgesetzt werden.
Wir verbauen uns damit keine Optionen für die Zukunft, sondern schaffen zunächst eine solide, finanzierbare und zukunftsfähige Grundlage.
Wie geht es jetzt weiter?
Die nächsten Schritte sind bereits festgelegt:
- Die Bauantragsunterlagen werden derzeit vorbereitet und der Bauantrag soll zeitnah eingereicht werden.
- Im August werden wir die Planungen im Rahmen von drei öffentlichen Informationsveranstaltungen vorstellen und mit Ihnen diskutieren. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.
- Anfang September soll der Verbandsgemeinderat gemeinsam mit dem Werkausschuss die Grundsatzentscheidung über die zukünftige Ausrichtung des Wiedtalbades treffen und die weiteren Planungsleistungen vergeben.
Transparenz und Bürgerbeteiligung
Mir ist bewusst, dass es zu diesem Projekt unterschiedliche Auffassungen gibt. Das ist bei einer Investition dieser Größenordnung völlig normal.
Umso wichtiger ist mir, dass wir die Diskussion auf Grundlage von Fakten führen und gemeinsam die beste Lösung für die Zukunft unseres Wiedtalbades und unserer Verbandsgemeinde finden.
Bringen Sie sich deshalb gerne bei einer unserer öffentlichen Informationsveranstaltungen ein. Ich freue mich auf den persönlichen Austausch mit Ihnen.
Selbstverständlich können Sie sich auch bereits im Vorfeld mit Ihren Fragen, Anregungen oder Hinweisen direkt an mich wenden:
E-Mail: pierre.fischer@vg-rw.de
Telefon: 02634 61-110
Ich werde Sie auch weiterhin offen und transparent über die weiteren Entwicklungen informieren.
Herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihr Vertrauen.
Ihr
Pierre Fischer
Bürgermeister

