Haushaltsrede am 13.01.2026
Haushaltsrede von Bürgermeister Fischer bei der Verbandsgemeinderatssitzung am 13. Januar 2026
Es gilt das gesprochene Wort!
Liebe Kolleginnen und Kollegen des Verbandsgemeinderates,
meine Damen und Herren,
heute beraten und beschließen wir den Haushalt unserer Verbandsgemeinde für das Haushaltsjahr 2026. Ein Haushalt ist immer mehr als Zahlen, Daten und Tabellen. Er ist Ausdruck politischer Prioritäten, er zeigt, was uns wichtig ist, und er legt fest, wie wir unsere Verbandsgemeinde weiterentwickeln wollen.
Zu Beginn möchte ich ausdrücklich Danke sagen.
Mein besonderer Dank gilt stellvertretend für alle Kolleginnen und Kollegen der Finanzabteilung Frau Denise Konter, der Leiterin des Fachbereichs Finanzen, sowie ihrem gesamten Team. Die Haushaltsaufstellung ist jedes Jahr eine anspruchsvolle Aufgabe – fachlich, organisatorisch und zeitlich. Dieser Dank gilt ebenso allen Kolleginnen und Kollegen unseres Hauses, die an der Erstellung mitgewirkt haben und die diesen Haushalt in den kommenden Wochen und Monaten umsetzen und mit Leben füllen werden.
Ein ganz besonderer Dank gilt auch den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen in unserer Verbandsgemeinde. Durch ihre Leistungsfähigkeit und ihr Engagement tragen sie maßgeblich zur positiven Entwicklung unserer Steuerkraft bei. Diese steigt von rund 31 Millionen Euro auf nunmehr 36,9 Millionen Euro – ein deutlicher Zuwachs, während sie in vielen anderen Kommunen rückläufig ist. Das ist ein starkes Signal für die wirtschaftliche Stabilität und Attraktivität unserer Verbandsgemeinde.
Zur Wahrheit gehört aber auch:
Die Schlüsselzuweisung des Landes sinkt gleichzeitig um rund eine Million Euro. Das zeigt, dass unser kommunales Finanzierungssystem an dieser Stelle falsche Anreize setzt. Leistungsstarke Kommunen dürfen nicht dafür „bestraft“ werden, dass sie sich gut entwickeln. Hier müssen aus meiner Sicht im System andere Anreize gesetzt werden.
Trotz dieser Rahmenbedingungen legen wir einen ausgeglichenen Haushalt vor.
Im Ergebnishaushalt schließen wir planmäßig mit einer schwarzen Null ab. Die Gesamterträge belaufen sich auf rund 19,6 Millionen Euro, ebenso die Gesamtaufwendungen. Das ist ein solides Fundament für die vor uns liegenden Aufgaben.
Dieser Haushalt setzt klare Schwerpunkte.
Wir investieren so viel Geld wie noch nie zuvor in Digitalisierung und IT-Ausstattung. Damit stärken wir unsere Verwaltung, verbessern Abläufe und schaffen moderne, zukunftsfähige Arbeitsbedingungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich Bildung. Rund 2,1 Millionen Euro investieren wir in unsere Grundschulen. Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft unserer Kinder – und damit in die Zukunft unserer Verbandsgemeinde.
Im Bereich Hochwasser- und Starkregenschutz beauftragen wir das entsprechende Schutzkonzept für die nächsten sechs Ortsgemeinden. Gleichzeitig stellen wir bereits 350.000 Euro für die Umsetzung erster Maßnahmen aus bestehenden Hochwasserschutzkonzepten zur Verfügung. Das ist aktiver Bevölkerungsschutz und verantwortungsvolles Handeln.
Für die Umsetzung unseres Radwegekonzeptes stellen wir weitere 150.000 Euro bereit. Damit verbinden wir unsere Verbandsgemeinde noch stärker –ganz im Sinne ,,Wege, die Verbindungen schaffen“.
Ein weiterer wichtiger Baustein dieses Haushalts ist die Sicherung der medizinischen Versorgung in unserer Verbandsgemeinde. Mit der neu aufgelegten Förderrichtlinie „Medizinische Versorgung“ stellen wir erstmals 100.000 Euro zur Verfügung. Damit schaffen wir gezielte Anreize, um Ärztinnen und Ärzte für unsere Verbandsgemeinde zu gewinnen und die wohnortnahe Versorgung langfristig zu
stärken. Ich bin zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr erste konkrete Erfolge aus dieser Förderung verkünden können.
Auch im Bereich Energiemanagement setzen wir neue Signale. Durch die geförderte Stelle werden wir künftig systematisch an Themen wie Energieeffizienz und CO₂-Bilanz arbeiten. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz.
Der Tourismus bleibt ein zentraler Baustein unserer Entwicklung. Wir investieren weiterhin gezielt in diesen Bereich. Unsere Verbandsgemeinde ist – gemessen an den Übernachtungszahlen – die Tourismus-Verbandsgemeinde im Kreis Neuwied. Diesen Erfolg wollen und werden wir weiter ausbauen.
Für eine aktive Wirtschaftsförderung nehmen wir 30.000 Euro in die Hand, unter anderem für Veranstaltungen wie die Ausbildungsmesse und die Verbandsgemeinde-Tage.
Diese stehen unter dem Motto „Wir sind Rengsdorf-Waldbreitbach“ und werden neue Impulse setzen. Sie sind zugleich ein weiterer wichtiger Schritt zur Vollendung unserer Fusion. Ja, auch das gehört zur Wahrheit: An manchen Stellen müssen wir weiter zusammenwachsen – und genau daran arbeiten wir.
Ebenfalls zur Wahrheit gehört, dass der Haushalt der Verbandsgemeinde den Verlust der Bäderbetriebe in Höhe von rund 1,376 Millionen Euro ausgleicht. Unsere Schwimmbäder sind jedoch weit mehr als ein Kostenfaktor. Sie sind Orte der Begegnung, der Gesundheitsvorsorge, der
Schwimmausbildung und ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität in unserer Verbandsgemeinde.
Die Verbandsgemeindeumlage sinkt leicht von 28,70 Prozent auf 28,64 Prozent. Da es sich um einen Umlagehaushalt handelt, danke ich ausdrücklich auch den Ortsgemeinden für ihre Mitwirkung und ihr Vertrauen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei unseren Feuerwehren. Wir investieren hier weiterhin erhebliche Mittel – und das ist gut angelegtes Geld. Die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger hat oberste Priorität.
Auch im Stellenplan setzen wir neue Impulse. Wir haben freie Planstellen zur Finanzierung genutzt und personalisieren erstmals die Bereiche Vereinsförderung und interkommunale Zusammenarbeit. Damit stärken wir gezielt das Ehrenamt, das das Rückgrat unserer Gesellschaft bildet und ohne das vieles nicht möglich wäre.
Ebenfalls im Stellenplan setzen wir ein wichtiges Signal. Um als Arbeitgeber weiterhin attraktiv zu bleiben und gute Kolleginnen und Kollegen zu halten, beantragen wir dort, wo es fachlich und rechtlich möglich ist, Stellenanhebungen. Damit würdigen wir die Leistung unserer Kolleginnen und Kollegen und investieren gezielt in Motivation, Fachkompetenz und Zukunftsfähigkeit unserer Verwaltung.
In diesem Jahr werden wir Bürokratie abbauen, interne Verwaltungsabläufe weiter digitalisieren und dadurch konsequent den nächsten Schritt hin zu einer modernen, effizienten und bürgernahen Verwaltung gehen.
Meine Damen und Herren,
all dies gelingt nur als Team RW – als Team aus Rat, Verwaltung, Ortsgemeinden und Ehrenamt. Unterschiedliche Meinungen gehören zu einer lebendigen Demokratie dazu. Entscheidend ist jedoch, dass am Ende die gemeinsame Verantwortung für unsere Verbandsgemeinde im Mittelpunkt steht.
Ich danke allen Beteiligten ausdrücklich für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit in den Haushaltsberatungen. Dieses Miteinander ist keine Selbstverständlichkeit und verdient Anerkennung. Das zeigt sich auch darin, dass diesem Haushalt bereits einstimmig sowohl im Ältestenrat als auch im Haupt-, Finanz- und Digitalausschuss zugestimmt wurde. Dieses klare Votum ist ein starkes Zeichen der Geschlossenheit und des gemeinsamen Willens.
Lassen Sie uns diesen Haushalt heute gemeinsam beschließen – als Ausdruck von Zusammenhalt, Verantwortung und eines klaren Bekenntnisses:
Gemeinsam sind wir stärker. Gemeinsam sind wir Team RW.
Zum Schluss möchte ich mit den Worten von Konrad Adenauer schließen:
„Lasst uns den Weg gehen, den man als richtig erkannt hat, auch wenn er nicht immer populär ist.“
In diesem Sinne danke ich Ihnen für ihre Aufmerksamkeit und bitte um ihre Zustimmung!
